Arbeit in der Logistik
Logistik – Was ist das?
Logistik ist die Planung und Steuerung von Waren und Informationen. Sie sorgt dafür, dass Dinge zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge, im passenden Zustand und am richtigen Ort ankommen. Logistik umfasst Transport, Lagerung und Verpackung sowie Verteilung, um Güter von A nach B zu bringen.
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Die fünf R´s der Logistik
In unserer „Lernwelt Logistik“ geht es vor allem um die Arbeit und Abläufe in Lagern und Verteilzentren für Güter jeder Art, vor allem ab um solche, die in LKW, Waggons, Containern, bewegt werden können.
Arbeit in der Logistik – eine Einführung
Nach wie vor ist die Logistik ein wachsender Wirtschaftssektor. Es werden weiterhin mehr Arbeitsplätze geschaffen, als durch Automatisierung und EDV-Einsatz eingespart werden. Dies hat zum einen mit der weltweiten Arbeitsteilung zu tun, in der Artikel um die halbe Welt versandt werden. Aber auch das Verhalten der Käuferinnen und Käufer stärkt diese Entwicklung.
Die Logistik hat für viele Menschen Arbeit und für viele Qualifikationen und Kompetenzen. Vom Anpacken bis zum Ingenieur finden wir ein breites Spektrum.
Damit bietet sie auch Chancen für Menschen, die noch nach dem richtigen Platz in der Arbeitswelt suchen und solchen, die aus ihrer Heimat zu uns gekommen sind und eine neue Startchance suchen. Für den Einstieg in die Logistik genügt häufig Motivation und Zuverlässigkeit, berufliches Wissen und Sprache kommen dann nach und nach dazu. Körperliche Fitness braucht es schon, denn in der Logistik ist man in Bewegung und muss zupacken können. Auch mal nachts oder nach Wochenende. Logistik ist den Schmierstoff für Wirtschaft und Gesellschaft. Wer hier arbeitet ist wichtig für das Funktionieren der Unternehmen, aber auch des Gesundheitswesens und die Zufriedenheit der Menschen. Je nach logistischem Betrieb, in dem die einzelnen arbeiten.
Wer mehr will, kann dies schaffen: Viele Unternehmen helfen bei der beruflichen Entwicklung, zum logistischen Allrounder, zur Führungskraft, zum Berufsabschluss oder auch darüber hinaus.
Arbeitsorganisation und Arbeitseinsatz
Beides hängt von der Größe des Betriebes, der Belegschaft und seinen Aufgaben ab. Je kleiner das Lager /Verteilzentrum ist, desto flexibler wird der Arbeitseinsatz sein. Je länger man da ist, desto mehr Arbeiten kann man ausüben.
In großen Betrieben werden Teams gebildet, die für einen bestimmten Bereich zuständig sind. Die Anzahl der Tätigkeiten ist dann nicht so groß. Jedes Team hat in der Regel eine Teamleitung, die fest zum Team gehört und Ansprechpartner für alle Fragen ist, das Team informiert und den Arbeitseinsatz festlegt. Auch für Feedback-Gespräche ist sie die Bezugsperson.
Arbeitssicherheit
Sicherheit wird im Lager großgeschrieben. Viele Unternehmen legen großen Wert darauf, Arbeitsunfälle zu vermeiden. Schutzkleidung, Weiterbildung, Hinweisschilder und eine entsprechende Gestaltung der Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und Wege sind häufig Standard.
Darüber hinaus gibt es Sicherheitsvorschriften, die vom Staat oder den Berufsgenossenschaften zum Schutz der Beschäftigten erlassen worden sind. Dazu werden Sicherheitsbeauftrage geschult sowie Ersthelfer, falls doch einmal etwas passiert.
Arbeitszeit
Je nach Branche und Betrieb können die Arbeitszeiten im Lager und in der Logistik sehr unterschiedlich ausfallen. In vielen Betrieben wird auch abends oder an Wochenenden gearbeitet. Dabei kommt eine Fülle verschiedener Arbeitszeitmodelle zum Einsatz, je nach Betrieb und seinen Aufgaben. Zwischen festen Schichten und rollierendem Einsatz ist alles möglich.
Viele Betriebe machen auch Angebote, die mit der privaten Situation vereinbar sind, und bieten unterschiedliche Modelle an, inkl. Teilzeit.
Berufsbilder in der Logistik
Fachlagerist / Fachlageristin
Die Ausbildung zum/zur Fachlagerist/in dauert zwei Jahre und findet dual statt, also im Betrieb und in der Berufsschule. Fachlageristen/innen sind für die Annahme, Lagerung und den Versand von Waren in Logistikzentren, Speditionen oder Industriebetrieben verantwortlich. Die Ausbildung ist stark auf die praktischen Arbeiten ausgerichtet.
Fachkraft Lagerlogistik
Eine Fachkraft für Lagerlogistik organisiert und optimiert den gesamten Materialfluss in einem Unternehmen, von der Warenannahme über die Lagerung bis zum Versand. Sie prüft Lieferungen, kommissioniert Bestellungen, bedient Gabelstapler, verwaltet Bestände via IT-Systemen (WMS) und erstellt Begleitpapiere. Dieser 3-jährige Ausbildungsberuf vereint praktische Logistik mit planerischen Aufgaben.
Berufskraftfahrer / Berufskraftfahrerin
Die Ausbildung ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und dauert in der Regel drei Jahre im dualen System (Betrieb und Berufsschule). Inhalte: Erwerb des LKW-Führerscheins (Klasse C/CE), Ladungssicherung, Routenplanung, Fahrzeugtechnik sowie Sicherheitsvorschriften.
Elektroniker / Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik
Fachkräfte, die für die Planung, Installation und Wartung elektrischer Anlagen zuständig sind. Ein Elektriker sorgt für die sichere Stromversorgung in Gebäuden und Industrieanlagen. Dazu gehören Installation, Technik, Wartung & Reparatur. Die Ausbildung: Die Ausbildung zum Elektroniker findet im dualen System statt und dauert in der Regel 3,5 Jahre.
Industriemechaniker / Industriemechanikerin
Industriemechaniker/innen sind zuständig für Maschinen und Produktionsanlagen. Sie sorgen dafür, dass in der Industrie alles rund läuft – von der Herstellung einzelner Bauteile bis zur Wartung komplexer Systeme. Die duale Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre.
Mechatroniker / Mechatronikerin
In dem Beruf verschmelzen Mechanik, Elektronik und Informatik zu einer Einheit. Mechatroniker/innen bauen Anlagen aus mechanischen und elektrischen Bauteilen zusammen, installieren die passende Steuerungssoftware und halten die Systeme instand. Die Ausbildung: Sie dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual aufgebaut.
Informatiker / Informatikerin
Die Ausbildung zu Informatiker/innen wird primär als duale Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert. Diese dauert in der Regel drei Jahre und findet parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.
Kaufmännischer Bereich
In der Logistikbranche gibt es eine Vielzahl kaufmännischer Berufe, die das Bindeglied zwischen Lager, Transportwegen und Kundschaft bilden. Während operative Kräfte Waren bewegen, planen und steuern Kaufleute diese Ströme administrativ.
Voraussetzungen und Einstieg
Das Gute ist: viele Tätigkeiten in der Logistik sind ohne besondere Vorkenntnisse erlernbar. Dies gilt insbesondere für die operativen Arbeiten im gewerblichen Bereich. Hier sind eher die klassischen Arbeitstugenden gefragt: Motivation, Wille, Zuverlässigkeit, Teamgeist. Körperliche Fitness und brauchbare Deutschkenntnisse sind hilfreich. Viele Unternehmen stellen Unterlagen in den Heimatsprachen zur Verfügung. Internationale, multikulturelle Teams sind die Regel.
Für viele Aufgaben im Lager brauchst du keinen Berufsabschluss, das Lager ist daher eine gute Möglichkeit als Mensch ohne Bildungsabschluss, (wieder) in das Berufsleben einzusteigen. Der häufigste Berufsabschluss, den du im Lager antreffen wirst, ist die Fachkraft für Lagerlogistik bzw. Fachlagerist/in. Aber auch für Elektriker/innen und Mechatroniker/innen hat die Logistik viel zu bieten.
Für Arbeit in der Lager- und Distributionslogistik gibt es meistens Einstiegsarbeitsplätze, die recht einfach zu erlernen sind und helfen, sich einzugewöhnen und zurechtzukommen. Die meisten Betriebe haben entsprechende Einarbeitungsprogramme, häufig mit persönlichen Betreuern oder Paten.
Entwicklungschancen
Grundsätzlich: wer weiterkommen will, muss sich einbringen, Interesse zeigen und auf sich aufmerksam machen. Je nach Eignung und Motivation ist eine Weiterentwicklung gut möglich. Dies können weitere Tätigkeiten sein, im jetzigen Bereich oder in anderen Bereichen, denn Flexibilität ist wichtig. Und: wer mehr kann, ist wichtiger für den Betrieb. Dadurch wird die Arbeit abwechslungsreicher und interessanter.
Auch ein Aufstieg in qualifiziertere Tätigkeiten ist möglich. Viele Unternehmen entwickeln ihre Koordinations- und Führungskräfte selber, daher sind die Chancen, Teamleitung oder Schichtleitung zu übernehmen in vielen Betrieben nicht schlecht. Gut ist es, positiv auffällig zu werden und in Entwicklungsgesprächen sein Interesse zu bekunden. Dabei werden die Arbeiten schwieriger und verantwortungsvoller, aber auch besser entlohnt. Nach und nach ist so ein schrittweiser Aufstieg möglich.
Interne Schulungsprogramme sind in der Regel die Voraussetzung für eine Entwicklung. Viele Berufsabschlüsse können auch nebenberuflich erlangt werden. Wer mehrere Jahre in der Logistik gearbeitet hat und die meisten Bereiche kennt, kann sich bei der zuständigen Handelskammer zur praktischen und theoretischen Prüfung anmelden. Ohne gründliche Vorbereitung geht es natürlich nicht.
Seit 2025 gibt es ein neues Gesetz, das die Möglichkeit bietet, sich über viele Jahre erworbenes Wissen und Können von der zuständigen Handelskammer bestätigen zu lassen. Es gibt dann ein Zertifikat, das sowohl für den Aufstieg im Betrieb aber auch bei Bewerbungen sehr hilfreich sein kann und ist eine schöne Bestätigung der Fähigkeiten.
Schaubild verschiedene Tätigkeiten und entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten + Sonderfunktionen
Entlohnung
Wie viel man mit der Arbeit in der Logistik verdient ist unterschiedlich und daher nicht einheitlich zu beziffern. Unternehmen, mit einem guten Personalmanagement werden auch faire Löhne haben. Viele Lager und Verteilzentren arbeiten auch abends oder am Wochenende. Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit verbessern häufig das Einkommen.
Männer und Frauen
In der Logistikbranche liegt der Anteil der Frauen etwa 25 %. Je nach bearbeiteten Gütern und der Unternehmensphilosophie kann er auch auf 40% steigen. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen der Logistik ist mit weniger als 10 % weiterhin sehr gering.
Treiber für Veränderungen: Die Branche versucht zunehmend, attraktiver für weibliche Arbeitskräfte zu werden, um dem allgemeinen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Verschiedene Unternehmen setzen verstärkt auf Diversity-Management und flexible Arbeitszeitmodelle, um Frauen den Einstieg in die “Männerdomäne” zu erleichtern.
Als Hauptgründe für den geringen Anteil werden oft ein veraltetes Image als körperlich schwere Arbeit (“Männerdomäne”) oder die schwierige Vereinbarkeit von Schichtarbeit und Familie. Technikeinsatz wie Roboter und Hebehilfen sorgen dafür, dass schwerere körperliche Arbeit auf dem Rückzug ist.
Nachhaltigkeit
Aufgrund ihres breiten Spektrums über Transport, Lagerung und Verteilung und der großen Warenmengen, die Logistik bewegt, gehört sie zu den großen Energieverbrauchern und Emittenten von CO2. Das Kaufverhalten der Kunden spielt ebenfalls eine Rolle.
In den Logistiklagern und Verteilzentren werden meistens deutliche Anstrengungen unternommen, die ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern. Recycling von Verpackungsmaterial oder Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern sind Beispiele hierfür. Auch der Anteil elektrisch betriebenen LKW steigt.
Arbeitsumgebungsbedingungen
Es gibt unterschiedliche Lagertypen, daher variieren auch die Umgebungsbedingungen. In den meisten Betrieben erfolgt die Arbeit in Hallen. Die Temperaturen sind dort in der Regel eher angenehm, auch in den extremen Jahreszeiten. In speziellen Lagern wir Kühllager helfen entsprechende Kleidung und Wärmebereiche. Lärm ist da schon eher ein Thema: so laut, dass Lärmschutz-Kopfhörer getragen werden müssen (Mickey-Mäuse) ist es nicht, aber Gehörstöpsel sind in vielen Bereichen sinnvoll oder vorgeschrieben. Zugluft, Gase oder Stäube treten eher selten auf. In Betrieben, die mit Gefahrstoffen umgehen, ist das Tragen von Schutzkleidung in bestimmten Situationen notwendig.
Digitalisierung und Automatisierung
Arbeit in der Logistik ist einem steten Wandel unterworfen: die Planung und Steuerung der Abläufe erfolgt vielfach mittels IT-Programmen, das papierlose Lager ist weit fortgeschritten. Fördersysteme, digitale Anzeigen, Scanner erleichtern die Arbeit.
Das verändert die Arbeit, macht sie körperlich leichter und bedingt den Umgang mit digitalen Informations- und Arbeitsmitteln. Zugleich steigt die Abhängigkeit vom tadellosen Funktionieren der technischen Systeme. Und so gewinnen die IT-Fachleute und die Kollegen/innen der mechanischen und elektrotechnischen Reparatur und Instandhaltung an Bedeutung, auch zahlenmäßig.